17. März 2019, 19:03 Uhr

Vor dem Schwimmen gibt es Blumen

17. März 2019, 19:03 Uhr
Ralf Günster (l.) wird von Gerhard Schultheiß begrüßt. (Foto: jwn)

Bürgermeister Gerhard Schultheiß konnte jetzt den sechsmillionsten Badegast willkommen heißen. Fast eine Viertelstunde mussten Schultheiß und Badbetriebsleiter Harald Rühl am Eingang des Nidderbades warten, bevor es soweit war: Es öffnete sich die Tür und der sechsmillionste Besucher betrat die Schwimmhalle. Der 50-jährige Ralf Günster wurde von einer Art Empfangskomitee mit lautem Hallo begrüßt.

Laut Kartenverkauf ist er der sechsmillionste Gast seit Eröffnung des Schwimmbades vor 47 Jahren. Dafür erhielt er vom Bürgermeister persönlich eine Saisonfreikarte für das Bad überreicht. Und zur Feier des Tages gab es für den Gast, der die runde Zahl ermöglichte, auch noch einen dicken Blumenstrauß.

»Das mit der Saisonkarte ist natürlich prima, denn ich komme regelmäßig zwei- bis dreimal die Woche zum Schwimmen. Doch mit dem Blumenstrauß ist es etwas schwierig, denn ich bin mit dem Fahrrad hier«, freute sich der Nidderauer aber natürlich dennoch über die Überraschung. Und dann fand er sogleich noch lobende Worte für das Schwimmbad: »Seit der Renovierung ist das Bad wirklich Klasse geworden, und ich kann es jedem nur empfehlen«.

Rekordbesuch im Jahr 2018

150 000 Gäste besuchten das Schwimmbad laut Statistik im Durchschnitt jährlich. »Vergangenes Jahr waren es wegen des heißen Sommers sogar 167 000. Ein echtes Rekordjahr seit der Eröffnung vor fast 50 Jahren«, berichtete Betriebsleiter Rühl nach einem kurzen Blick in seine Bücher.

Er und sein 20-köpfiges Team sorgen dafür, dass sich die Gäste wohlfühlen im Nidderbad. Seit der Eröffnung im Jahr 1972 wurde das Schwimmbad mit der Zeit zu einer regelrechten Wohlfühloase mit Sauna, Cafeteria und eigener Quelle ausgebaut. Vor allem der Umbau und die Sanierung 2012 für über sechs Millionen Euro haben zur wesentlichen Qualitätsverbesserung beigetragen. »Wir haben den Schritt damals nach der Umwandlung des Zweckverbandes Nidderbad mit dem Main-Kinzig-Kreis und den Kommunen Schöneck, Niederdorfelden und Hammersbach als Miteigentümer hin zu einer rein städtischen Einrichtung gewagt, um die Attraktivität der Anlage erhöhen zu können und auch zu unterstreichen, dass Nidderau längst zu einem Zentrum der Region herangereift ist«, hob der Bürgermeister den Wert des Bades auch für die umliegenden Kommunen hervor.

Die übrigen Mitglieder im Zweckverband wollten die Sanierung nämlich nicht mehr mittragen. Und so wurde der Zweckverband aufgelöst und die Stadt machte allein weiter. Um die Anerkennung als Mittelzentrum kämpft das Stadtoberhaupt zwar immer noch, um die Anerkennung seines Schwimmbades als beispielhafte Freizeiteinrichtung hingegen braucht er sich keine Sorgen zu machen. »Leider mussten wir vor kurzem die Eintrittspreise anheben, um den jährlichen Zuschuss im Rahmen zu halten«, erklärte Schultheiß diese bei den Gästen natürlich unbeliebte Maßnahme.

Denn rund eine Million Euro kostet die Stadt das Schwimmbad Jahr für Jahr. Und das wird vom gesamten Stadtparlament ohne Murren akzeptiert, schließlich geht es bei dem Nidderbad nicht nur um ein Freizeitvergnügen, sondern es dient auch der Gesundheit. »Momentan nutzen 16 Schulen aus der ganzen Umgebung unsere Anlage für ihren Schwimmunterricht. Hinzu kommen Vereine und Seniorengruppen, die ihre Kurse im Hallen- wie auch im Freibad durchführen«, berichtete Rühl. Dabei hat sich der Parallelbetrieb von Hallen- und Freizeitbad, der erst seit wenigen Jahren durchgeführt wird, besonders bewährt. So kann der Schulsport im Sommer auch bei schlechtem Wetter durchgeführt werden, »weil die Klassen dann in die Halle ausweichen«. 60 000 Euro kostet dieses zusätzliche Serviceangebot.

Ob dadurch mehr Gäste kommen, können weder der Bürgermeister noch der Betriebsleiter beantworten. »Auf jeden Fall dient es der Qualitätsverbesserung insgesamt«, sind sich beide sicher. Dem sechsmillionsten Gast Ralf Günster sind dererlei Überlegungen gleichgültig. »Mir ist es egal, ob in der Halle oder im Freien. Ich nutze beide Schwimmbecken und bin froh, dass ich ein so gutes Schwimmbad in unmittelbarer Wohnortnähe habe«, bedankte er sich beim Bürgermeister und den politischen Gremien für das Festhalten an dem Badebetrieb in Nidderau.

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