Am Weihnachtswunschbaum

22. Dezember 2017, 20:38 Uhr
Über 240 Geschenke kommen in diesem Jahr zusammen. Rechts die Verantwortlichen Renate Bürgin und Elgerd Heppding und Frauen aus dem Helferkreis. (Foto: Niehoff)

Riesengroß sind die Augen des fünfjährigen Youssuf aus Somalia. So einen bunt geschmückten Weihnachtsbaum mit so vielen bunten Paketen drum herum kennt er nur vom Fernsehen. Nun aber soll eines der Pakte für ihn selber sein, wie seine Mutter ihm das versprochen hatte. Deutsch kann er nicht verstehen. Aber seine Gesten mit den ausgestreckten Armen sind eindeutig. Er möchte nicht warten bis seine Nummer aufgerufen wird, sondern sein Paket sofort haben, um es auspacken und das Geschenk anfassen zu können.

Präsente mit großen Augen bestaunt

Youssuf steht mit seinen Eltern zwischen den vielen Bedürftigen, für die die Nidderauer Bürgerstiftung die Weihnachtswunschbaumaktion vor vier Jahren ins Leben gerufen hat. Mitte November wurde ein Tannenbaum mit nummerierten Karten, auf denen die Bedürftigen einen Wunsch notieren konnten, im Familienzentrum aufgestellt. Da nicht jeder jeden Wunsch erfüllen kann, müssen Interessierte die Karten durchstöbern und nach dem geeigneten Geschenk suchen können. »Jeder, der helfen möchte, kann sich einen Wunschzettel im Familienzentrum abholen«, lautete der Aufruf der Bürgerstiftung, die zusammen mit der Essensbank der evangelischen Kirchengemeinde Heldenbergen, den Engagement-Lotsen der Stadt Nidderau und dem Landfrauenverein Ostheim und Windecken die Aktion betreut. Am Ende waren es schließlich 250 Wunschkärtchen, die an dem Wunschweihnachtsbaum hingen. Darunter Wünsche nach Büchern oder Kuscheltieren, Winterbekleidung, Kosmetika sowie Sportsachen oder allen Arten von Spielzeugen.

Bis zum 18. Dezember mussten die Geschenke abgegeben werden. Dann wurden sie nummeriert, damit die Verteilung zügig über die Bühne gehen konnte. »Leider fanden nicht alle 250 Wunschkarten den passenden Spender«, berichten Renate Bürgin und Elgerd Heppding von der Bürgerstiftung. Neun Karten seien hängen geblieben. Für sie wurden Gutscheine im Werte von je 20 Euro ausgestellt. »Es ist uns ganz wichtig, dass keiner enttäuscht nach Hause geht, denn die Menschen, die heute hier versammelt sind, denen fehlt oftmals das Geld selbst für das kleinste Weihnachtsgeschenk«, verrät Bürgin aus Gesprächen mit den Bedürftigen. Diese werden, bevor sie an der Aktion teilnehmen und ihre Wunschzettel an Wunschweihnachtsbaum hängen dürfen, vom Familienzentrum oder der Essensbank Heldenbergen auf ihre Bedürftigkeit hin geprüft, damit es zu keinem Missbrauch kommen kann.

Als es an das Verteilen der Pakete ging, waren vor allem die Kinder kaum zu bremsen. Die meisten Präsente wurden sofort geöffnet und mit großen Augen bestaunt.

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