29. Dezember 2017, 20:11 Uhr

Die Stimme der Jugend

29. Dezember 2017, 20:11 Uhr
Jenny Tokarski engagiert sich in der Kirche. Ihre Ehrenämter haben für die junge Frau viele positive Seiten: Sie sammelt Leitungserfahrung und lernt, dass sie gemeinsam mit anderen etwas bewegen kann. (Foto: bf)

Wer Dinge engagiert angeht, kann viel bewirken, glaubt Jenny Tokarski. Die Begeisterung, mit der die junge Frau von ihren ehrenamtlichen Aktivitäten berichtet, ist ansteckend. Kirchliche Gremienarbeit ist normalerweise nichts, wofür sich junge Leute so einfach gewinnen lassen. Die 21-jährige Rosbacherin hingegen macht sie gerne. Sie ist Vorsitzende der Dekanatsjugendvertretung des evangelischen Dekanats Wetterau und Mitglied des Kirchenvorstands in der Stadtkirchengemeinde Rosbach.

Ihr zentrales Anliegen ist: Junge Leute können Kirche mitgestalten. »Wir wollen die aktiven jungen Leute in den Gemeinden miteinander in Kontakt bringen«, sagt Jenny. Ihre Ehrenämter haben für die junge Frau viele positive Seiten. Sie sammelt Leitungserfahrung und lernt, dass sie gemeinsam mit anderen etwas bewegen kann.

Die 21-Jährige studiert Erziehungswissenschaften und Grundschullehramt mit den Fächern Deutsch, Mathematik und evangelische Religion. Ihr kirchliches Engagement wurde ihr nicht in die Wiege gelegt. »Meine Familie ist erstaunt, dass ich so viel für die Kirche unterwegs bin«, schmunzelt sie. Im Schulunterricht erwacht Jennys Interesse an religiösen Fragen. Kurz vor der Anmeldung zum Konfirmandenunterricht stirbt ihre Oma. Für Jenny ein Anlass, um über ihren Glauben nachzudenken.

Im Konfi-Unterricht bekommt sie wichtige Impulse. Jenny wird Konfi-Teamerin, wirkt bei Jugendgottesdiensten, Kinderfreizeiten und der Leitung von Kindergruppen mit. »In meiner Gemeinde kann ich mich vielfältig engagieren, was mir großen Spaß macht.«

Im Dekanat absolviert Jenny die Jugendleiterschulung und lernt, wie man Gruppen motiviert, Konflikte löst und welche rechtlichen Regelungen in der Jugendarbeit zu beachten sind. Gemeindepädagoge Stephan Hübner und Pfarrer Gerrit Boomgaarden ermutigen sie, für den Kirchenvorstand zu kandidieren. Offenbar trauen ihr auch die Mitglieder der Stadtkirchengemeinde viel zu, denn Jenny wird mit 19 Jahren in den Kirchenvorstand gewählt. »Ich denke, dass viele froh sind, dass junge Leute mitarbeiten«, meint sie.

Danach beginnt sie, sich im Vorstand der Dekanatsjugendvertretung zu engagieren. »Um die Interessen von möglichst vielen Jugendlichen vertreten zu können, müssen wir vor allem eines: mit ihnen ins Gespräch kommen«, erklärt Jenny.

Sie will die jungen Leute auch über soziale Medien vernetzen. Ein Projekt, das ihr viel Spaß gemacht hat, war der Dreh eines Imagefilms, um zu zeigen, was die evangelische Jugend im Dekanat eigentlich macht. Auch auf der Ebene der Landeskirche ist Jenny aktiv und nimmt an den Vollversammlungen der evangelischen Jugend in Hessen und Nassau teil. Das Gremium nimmt Stellung zu politischen und gesellschaftlichen Fragen, etwa zu Inklusion. Weiterhin ist die 21-Jährige Teil der Synode im Dekanat Wetterau und hat auch dort die Möglichkeit, sich als Stimme der Jugend zu beteiligen.

Im Vorstand der Dekanatsjugendvertretung arbeiten die Dekanatsjugendpfarrerin Birgit Müller und der Dekanatsjugendreferent Peter Bergmann mit den jungen Ehrenamtlichen zusammen. »Diese Mischung aus Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen bereichert die Arbeit«, sagt Jenny. Ihr Amt als Vorsitzende der Dekanatsjugendvertretung will die Studentin vor allem dazu nutzen, den Vorstellungen der Jugend Gehör zu verschaffen: »Junge Menschen haben ganz andere Vorstellungen von Kirche.«

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