19. März 2019, 20:41 Uhr

Familie auf Zeit

19. März 2019, 20:41 Uhr

»Häuser für Kinder« ist eine Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung in Büdingen. Besonders an der Einrichtung ist, dass es sich nicht nur um ein Haus, sondern um vier Häuser handelt, in denen 24 Kinder und Jugendliche betreut werden. Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernentin Stephanie Becker-Bösch besuchte vor Kurzem eines der Häuser.

In dezentralen, familiär organisierten Gruppen werden jeweils bis zu sechs Kinder im Alter zwischen 4 und 22 Jahren betreut. Häuser für Kinder wurde 1994 als Mitarbeiterverein gegründet und setzt seit Mitte 2018 seine erfolgreiche pädagogische Arbeit mit einer Pädagogischen Leitung fort. Diese Umstrukturierung wurde aufgrund der veränderten Herausforderungen und Bedürfnisse notwendig. Das Leitungsteam beschreitet den zukünftigen Weg weiter im Sinne der Kinder und Jugendlichen gemeinsam mit den pädagogischen Fachkräften.

»Das Prinzip unserer familiär organisierten Wohngruppen beruht auf einer überschaubaren Gruppengröße, konstanten Bezugspersonen und einer sich daraus ergebenden hohen Beziehungsdichte. Das ist die Grundlage für Sicherheit, Geborgenheit, Stabilität und Vertrauen«, erläutern Anja Weber und Lutz Krüger das Konzept.

Das Modell ist gekennzeichnet durch das kontinuierliche Zusammenleben von pädagogischen Fachkräften mit den betreuten Kindern oder Jugendlichen in einem familienähnlichen Rahmen ohne Schichtdienst. Ein weiteres Merkmal ist die Einheit von Wohnort und Arbeitsort eines Teils der betreuenden Mitarbeiter. Die Kinder und Jugendlichen erleben die familienanaloge Wohngruppe wie eine »Familie auf Zeit«. Oftmals sind darin auch die Familien der Fachkräfte miteinbezogen

»Kinder und junge Menschen sollen erfüllt, mit Sinn und Ziel leben. Sie sollen träumen, mündig sein und sich auf ihre Zukunft freuen. Sie sollen lernen, starke Persönlichkeiten zu werden«, sagte Becker-Bösch. »Sinn und Zweck von Jugendhilfe ist es, jungen Menschen ein förderliches Umfeld zu bieten, in dem sie psychisch und physisch gut heranwachsen können. Dafür braucht es manchmal mehr als Beratungs- und Unterstützungsangebote oder ambulante Familienhilfen. Die stationären Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen im Wetteraukreis werden und müssen immer ein wertvoller Baustein in der Wetterauer Sozialarchitektur sein.«

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