Gelebte Ökumene im Pop-Art-Stil

03. Januar 2018, 20:23 Uhr
Inge Maria Klein hat Luther im Pop-Art-Stil gemalt. Pfarrer Gerri Boomgaarden ist begeistert vom Geschenk. (Foto: pv)

Das Gedenken an Martin Luther im Reformationsjahr hat nicht nur die evangelische Kirche geprägt, sondern auch die katholische. Ein gutes Beispiel dafür ist die Spende eines Luther-Porträts der in der katholischen Gemeinde verwurzelten Künstlerin Inge Maria Klein an die evangelische Stadtkirche. Im Gottesdienst zum dritten Advent hat Klein es offiziell an Pfarrer Gerrit Boomgaarden übergeben.

Im Reformationsjahr kam es zu mehrfachen Schulterschlüssen der Kirchenoberen, des Ratsvorsitzenden der evangelischen Kirche, Heinrich Bedford-Strohm, und des Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx. Nicht zuletzt wurden sie gemeinsam von Papst Franziskus empfangen. Das ökumenische Miteinander ist aber nicht nur auf der Führungsebene durch das gemeinsame Gedenken gestärkt worden, sondern auch an der Basis, im Alltag der Gemeinden.

So auch in Rosbach. Wie aber kommt eine Künstlerin, die bereits vor gut 30 Jahren den Kreuzweg in der katholischen Kirche St. Michael gestaltet hatte und von der sieben Gemälde im Pfarrzentrum hängen, dazu, Luther zu malen? Diese Frage, die sich sicher auch viele der Gottesdienstbesucher stellten, richtete Pfarrer Boomgaarden an Klein.

Auslöser sei die Beschäftigung mit Lucas Cranach d. Ä., dem Künstler, der das Bildnis des Reformators prägte, während einer Reise auf den Spuren der Familie Luther gewesen, sagte die 75-Jährige. »Ich sollte für unsere Reisegruppe einen Vortrag über Cranach halten.« Bei der Vorbereitung sei ihr die Idee gekommen, eine bekannte Luther-Darstellung Cranachs, die den Reformator mit Hut zeigt, in die Moderne zu übersetzen. Also hat sie Luther im Pop-Art-Stil Andy Warhols dargestellt. Das Bild hatte sie auch anlässlich der Ausstellung des Wetterauer Farbspektrums im Frühjahr in der Adolf-Reichwein-Halle angefertigt. In dieser Künstlergruppe ist sie seit vielen Jahren Mitglied.

Bereits bei dieser Schau fand »ihr« Luther viel Aufmerksamkeit. Ein kräftiges dunkles Rot und ein ins Petrol gehendes Grün ziehen die Blicke an. Und Luther scheut die Blicke nicht. Im Gegenteil. Er schaut zurück, seinem Gegenüber in die Augen.

Jetzt im Ernst-Dondorf-Haus

Klein lebt die Ökumene nicht erst im Lutherjahr. Schon lange singt sie im evangelischen Kirchenchor in Rodheim, mit dessen Mitgliedern sie die Luther-Reise unternahm. Auch in ihrer Familie spielt Ökumene eine Rolle: Ihre Schwiegertochter ist evangelisch. »Da sie in der Stadtkirchengemeinde im Kirchenvorstand mitarbeitet, kam mir die Idee, das Gemälde der Gemeinde zu spenden«, berichtete Klein. Eine Idee, die Pfarrer Boomgaarden und dem Kirchenvorstand gut gefiel. »Es ist in der heutigen Zeit wichtig, Flagge zu zeigen, sich zu seinem Glauben zu bekennen. Gut also, wenn wir uns zu Luther bekennen«, meinte er. Und so wird Martin Luther künftig den Besuchern des Ernst-Dondorf-Hauses (für Boomgaarden »ein würdigen Platz«) in die Augen blicken.

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