08. Juli 2018, 18:36 Uhr

Tödlicher Unfall

Im Urlaub: Ober-Mörler FWG-Fraktionschef Jan Wölfl tödlich verunglückt

Schock für die Lokalpolitik: Der Ober-Mörler FWG-Fraktionschef Jan Wölfl ist am Freitag beim Bergwandern in Österreich tödlich verunglückt.
08. Juli 2018, 18:36 Uhr

Von Bernd Klühs , 2 Kommentare
Jan Wölfl ist am Freitag beim Bergwandern in Österreich tödlich verunglückt. (Archivfoto: sda)

Trauer und Fassungslosigkeit: Die Nachricht vom Tod von Jan Wölfl hat sich am Wochenende in Ober-Mörlen wie ein Lauffeuer verbreitet. Der 55-jährige FWG-Fraktionschef im Gemeindeparlament und frühere Geschäftsführer der Jobkomm Wetterau ist am Freitag beim Bergwandern in Österreich verunglückt.

Der verheiratete Vater von zwei Kindern war nach Angaben der österreichischen Polizei am Freitag in der Nähe von Prägraten (Tirol) bei einer Wanderung mit Freunden am Alpenkönigweg auf einem nassen Steig ausgerutscht. Er stürzte in dem felsigen Gelände rund 300 Meter in die Tiefe. Seine Begleiter alarmierten sofort die Rettungskräfte, der Notarzt konnte aber nur noch den Tod des 55-Jährigen feststellen.

Ober-Mörler Lokalpolitiker sind fassungslos

»Wir sind in einer Art Schockstarre«, kommentierte FWG-Vorsitzender Herbert Hahn die Nachricht von dem tragischen Unfall. Der Chef der Freien Wähler, der sich zurzeit im Urlaub befindet, hat mit Wölfl 17 Jahre lang eng zusammengearbeitet. Der 55-Jährige sei ein erfahrener Bergwanderer gewesen, der mit Freunden jedes Jahr eine anspruchsvolle Tour unternommen habe. »Er hat sich auf diese Urlaube immer gut vorbereitet, ist auf den Winterstein oder den Feldberg gewandert«, berichtete Hahn. Der Tod des Fraktionsvorsitzenden sei aus menschlicher und politischer Sicht ein harter Schlag – für die Freien Wähler, vor allem aber für die Familie, die vom Tod des Ehemanns und Vaters völlig unvorbereitet getroffen worden sei.
 
Auch Politiker anderer Parteien und viele Bürger, die den geborenen Ober-Mörlener Wölfl gut kannten, reagierten mit Entsetzen. »Mir ist fast der Hörer aus der Hand gefallen, als ich am Samstag von der furchtbaren Tragödie erfahren habe«, sagte die künftige Bürgermeisterin von Ober-Mörlen, Kristina Paulenz (SPD). Angesichts der SPD/FWG-Kooperation im Parlament hat sie besonders eng mit Wölfl zusammengearbeitet. Sie habe Stunden gebraucht, um die Nachricht zu begreifen. »Er hat mich bei meiner Bürgermeisterkandidatur rückhaltlos unterstützt, war mein Freund«, betonte Paulenz.

»Ich bin fassungslos«, sagte CDU-Fraktionschef Dr. Matthias Heil. Er hat mit Wölfl nicht nur seit mehr als einem Jahrzehnt im Parlament zusammengearbeitet, sondern war auch dessen Nachbar.

Jan Wölfl war als guter Redner und Teamplayer bekannt

Jan Wölfl, der in Ober-Mörlen aufgewachsen ist und zeitweise in Bad Nauheim lebte, war 1993 in sein Heimatdorf zurückgekehrt. 2001 hatte er sich erstmals zur Kandidatur für die Gemeindevertretung entschlossen und war ein Jahr später in die Fraktion nachgerückt. In der FWG wurden ihm bald wichtige Aufgaben anvertraut, er wurde Fraktionschef und übernahm den Vorsitz verschiedener Ausschüsse. Zuletzt leitete er den Haupt- und Finanzausschuss. In Politikerkreisen galt er als guter Redner, lösungsorientierter Gemeindevertreter und Teamplayer.

Der gelernte Industriekaufmann und studierte Diplom-Volkswirt war durch seine leitende Tätigkeit bei der Jobkomm Wetterau (heute Jobcenter) auch vielen anderen Menschen im Kreisgebiet bekannt. Seit 2005 war er Geschäftsführer der Jobkomm, nach der Umwandlung der Behörde in ein Jobcenter wurde er dessen stellvertretender Leiter. Vor sechs Jahren wollte Wölfl in die hauptamtliche Politik einsteigen. Bei der Bürgermeisterdirektwahl war er allerdings an CDU-Kandidat Jörg Wetzstein gescheitert. Später wechselte Wölfl zum Jobcenter Frankfurt und dann zur Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit.

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