»Kapazitäten sind erschöpft«

09. Februar 2018, 18:56 Uhr
Noch ist die Sozialstation Mittlere Wetterau im Weckesheimer Hainweg untergebracht. Bald soll sie ins Neubaugebiet ziehen. Über die Arbeit in der Pflege tauschen sich aus (v. l.): Lena Herget, Stephanie Becker-Bösch, Gerd Wagner, Helena Braun und Christina Benner.

Der Neubau der Sozialstation Mittlere Wetterau, die Einrichtung eines zweiten Pflegestützpunktes in der Wetterau und die Pflege von an Demenz erkrankten Menschen standen kürzlich im Mittelpunkt eines Termins in der Sozialstation. Sozialdezernentin Stephanie Becker-Bösch war nach Weckesheim gekommen, um mit Pflegedienstleiterin Helena Braun sowie Altbürgermeister Gerd Wagner und Stadtverordnetenvorsteherin Lena Herget ins Gespräch zu kommen. Wagner hatte die Gründung des Zweckverbands federführend vorangetrieben; Herget begleitet derzeit im Parlament den geplanten Neubau.

»Bei uns steht der Mensch im Mittelpunkt«, sagte Braun über die ambulante Pflegediensteinrichtung. Die Sozialstation sei mit ihren 34 Mitarbeitern fest ins Leben der Verbandskommunen – Reichelsheim, Wölfersheim, Echzell, Florstadt – eingebunden. Die Mitarbeiter, die in Früh-, Spät- und Betreuungsdienste eingeteilt sind, seien rund um die Uhr für ihre Kunden da.

Unabhängige Beratung gefragt

Die Wege seien überschaubar, »dennoch sind unsere Kapazitäten mit 190 bis 210 Klienten erschöpft«, sagte Braun. Weil die Räume nicht mehr ausreichen, hat die Verbandsversammlung einen Neubau beschlossen. Das soll der Sozialstation, die einen Jahresumsatz von 2 Millionen Euro macht, die Möglichkeit geben, mehr Mitarbeiter einzustellen. Auch wäre dann genügend Platz, um etwa Lehrgänge für Angehörige anzubieten. Die Kosten von rund 700 000 Euro trägt die Sozialstation selbst. Baubeginn für das neue Domizil auf einem 1600 Quadratmeter großen Grundstück im Weckesheimer Neubaugebiet soll im Frühjahr, spätestens im Sommer sein.

Die Leistungen der Sozialstation seien umfangreich und orientierten sich an den Bedürfnissen der Klienten. Neben der häuslichen Betreuung wird Beratung bei der Pflege zu Hause angeboten. Pflegegutachten werden erstellt, ärztlich verordnete Behandlungspflege durchgeführt. Zudem sei mehr und mehr die Tagesbetreuung für demente Personen gefordert.

Der Austausch drehte sich auch um die Einrichtung eines weiteren Pflegestützpunktes. »Dieser steht ganz oben auf meiner Agenda. Der Pflegestützpunkt wird kommen«, sagte Becker-Bösch. Ein weiteres Thema war die Ausweitung von Beratungsleistungen. »Wir bekommen viele Anfragen zum Beantragen von Pflegegraden«, sagte Braun. Der VdK biete hier bereits starke Angebote an; die Beratung bezüglich Pflege und Pflegekosten werde immer notwendiger. »Die Menschen haben einen Beratungsanspruch, den wir gemeinsam erfüllen müssen«, stellte Wagner heraus. Die Beratung müsse dabei neutral und unabhängig sein. »Hier sehe ich die Pflegestützpunkte als wichtigen Eckpfeiler«, ergänzte Becker-Bösch.

»Ich setze mich außerdem für neue Tagesbetreuungsformen ein, die auch die speziellen Wünsche und Anforderungen von an Demenz erkrankten Menschen berücksichtigen«, sagte Becker-Bösch. »Pflege kostet. Aber das müssen wir uns leisten.« (Foto: prw)

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