Der Landratswahlkampf hat auch die Schulpolitik erreicht. Die Wetterauer Jusos haben den Kreisschülerrat (KSR) dafür kritisiert, dass er zu einer Podiumsdiskussion mit Jan Weckler (CDU) und Daniel Libertus (FDP) lediglich zwei der Landratskandidaten eingeladen hatte. Kreisschulsprecher Nicholas Frerichs hat die Vorwürfe zurückgewiesen.

Der KSR sei in seiner Entscheidungen frei, habe aber immer seine politische Neutralität zu wahren, sagt Juso-Vorsitzender Lukas Dittrich, früher selbst Mitglied im Schülergremium. »Aber genau diese Neutralität verletze der Kreisschülerrat, wenn er zu einer Diskussion zum Thema Bildungsföderalismus nur den CDU-Kandidaten einlade – und das kurz vor der Landratswahl. Einen besonders faden Beigeschmack bekomme diese »Wahlkampfaktion« dadurch, dass KSR-Sprecher Frerichs selbst Mitglied der CDU sei. »Gerade kurz vor einer wichtigen Wahl hätten wir erwartet, dass in den KSR-Gremien darauf besonders geachtet wird. So muss der Eindruck entstehen, dass der KSR parteiisch ist und den CDU Kandidaten gezielt ein Podium verschafft« fasste Dittrich die Kritik der Jusos zusammen.

Für Frerichs – der nach eigenen Aussage kein CDU-Mitglied ist, sondern sich lediglich in der Jungen Union (»eine unabhängige Organisation«) engagiert – sind die Vorwürfe haltlos.

Spontane Einladungen folgen

Der Kreisschülerrat Wetterau positioniere sich als gesetzlich legitimierte Vertretung der Wetterauer Schüler politisch neutral. Jan Weckler sei nicht wegen seiner Parteimitgliedschaft oder der Kandidatur für die Landratswahl eingeladen worden, sondern in seiner Funktion als Schuldezernent. »Daher ist er bei bildungspolitischen Themen einer der ersten Ansprechpartner des Kreisschülerrats«, sagt Frerichs. Neben Weckler wurden Landesschulsprecher Fabian Pflume, ein wissenschaftlicher Vertreter sowie ein Vertreter der FDP (Landratskandidat Libertus) zur Diskussion in die Aula der Augustinerschule Friedberg eingeladen. Die FDP habe in den vergangenen Wochen und Monaten mit der Abschaffung des Bildungsföderalismus geworben, was inhaltlich einen Gegenpart zur jetzigen Situation darstelle, sagt Frerichs. »Dabei hatte sie im vergangenen Bundestagswahl viele Jugendliche angesprochen. So hatten wir den Eindruck, die FDP sei durch ihre thematische Position die richtige Wahl für das Podium.«

Spontan und um »Unmut einiger zu besänftigen« habe man noch die beiden anderen Kandidatin Stephanie Becker-Bösch (SPD) und Thomas Zebunke (Grüne) eingeladen. Gleichwohl sei der Bildungsföderalismus keine Thematik, welche in die Zuständigkeit eines Landrates oder einer Landrätin fällt, gibt Frerichs zu bedenken.

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