25. März 2019, 19:48 Uhr

Pflanzen brauchen Schutz

25. März 2019, 19:48 Uhr

Der Vorsitzende Holger Starck eröffnete die Generalversammlung des VLF-Wetterau und begrüßte alle Mitglieder und Ehrengäste. Er zog ein Resümee aus dem ersten Jahr als fusionierter Verein.

Danach gedachte er den 2018 verstorbenen Mitgliedern. Im Anschluss legte die Geschäftsführerin Kirsten Cloos zunächst ihren Geschäftsbericht vor. Den Mitgliedern erläuterte sie dann den Kassenbericht. Die Kassenprüfer Thomas Emich und Roland Sattler baten die Versammlung um Entlastung des Vorstandes und der Geschäftsführung, da die Kassenbücher für in Ordnung befunden worden waren. Die Versammlung bestätigte dies einstimmig.

Biologisch statt chemisch

Für den ausscheidenden Kassenprüfer Thomas Emich wurde auf zwei Jahre Peter Werner gewählt. Die zur Wahl stehenden Vorstandsmitglieder Beate Weller, Holger Lind und Hermann Josef Scholz wurden wiedergewählt. Mit einem Präsent wurden Wilhelm Stiebeling (41 Jahre dabei), Gerd Herd (24 Jahre), Heinrich Otto Edelmann (23 Jahre, verhindert) und Stefan Tag (6 Jahre) aus dem Vorstand verabschiedet. Neu gewählt wurde Steffen Sauer aus Michelau.

Nach den Regularien konnte man dieses Mal Dr. Kwang-Zin Lee vom Institut für Biotechnologie der JLU Gießen für einen Vortrag gewinnen. Er sprach über das Thema »Insektenbiotechnologie im Pflanzenschutz«. Er zeigte biologische und biotechnologische Alternativen zum Einsatz von Insektiziden auf. In der Natur werden durch chemische Pflanzenschutzmittel immer mehr Resistenzen gebildet. Viele Vögel und Bienen sterben durch diese Mittel. Man versucht einen Ersatz für die schädlichen Produkte zu finden und das Institut erforscht biotechnologische Methoden die zur Anwendung kommen könnten. Es gebe ein Sprichwort das sagt: »Von Insekten lernen heißt siegen lernen«.

Die Insekten seien evolutionär die erfolgreichste Tiergruppe der Welt. Sie besitzen ein Reportoire an Fähigkeit und Naturstoffen. Diese Ressourcen solle man sich zu nutzen machen. Deutschlandweit ist das Institut mit dem Fraunhofer Institut zusammen die führende Einrichtung für Entwicklung zur nachhaltigen Bekämpfung von Schadstoffen.

Kwang-Zin Lee sprach über vier Themen. Zum einen die Erforschung von Duftstoffen am Beispiel des Traubenwicklers, zum anderen die Entwicklung von insektenspezifischen Bakterien im biologischen Pflanzenschutz. Eine Gegenüberstellung der chemischen und biologischen Mittel zeigte, welche Vor- und Nachteile beide haben und was etwa für den Menschen gefährlicher ist.

Das Fraunhofer Institut hat Zugang zu 120 Bakterienstämmen der industriellen Stammsammlung. Das dritte Thema waren RNA Interferenzen im Pflanzenschutz, hier versucht man bestimmte Gene auszuschalten. Das letzte Thema, das Kwang-Zin Lee ansprach war die Entwicklung von Insektenviren für den biologischen Pflanzenschutz.

Eine rege Diskussion schloss sich an. Die Landwirte haben Angst, dass der Obst und auch der Mais- und Getreideanbau von invasiven Schadinsekten immer mehr bedroht wird. Wie lange es noch dauert, bis man eine biologische Alternative erforscht hat, die auch zur Bekämpfung bei uns erlaubt wird, hänge bestimmt auch von den Geldern des Staates ab, die dafür zur Verfügung gestellt werden, vermutete man.

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