18. Juli 2018, 20:17 Uhr

Sprung ins kalte Wasser

18. Juli 2018, 20:17 Uhr
Seit sechs Jahren lebt Lars Rapp in Ilbenstadt. Durch die Arbeit ist er aber viel unterwegs, oft spielt er in der Alten Oper, aber auch im Ausland. (Foto: udo)

Als Ende Juni das HR-Sinfonieorchester in der Basilika des Klosters Eberbach das Rheingau-Musikfestival unter der Leitung des früheren Chefdirigenten Eliahu Inbal und mit Werken von Berlioz und Puccini eröffnete, spielte der Ilbenstädter Lars Rapp zusammen mit drei weiteren Musikern in der Schlagwerkgruppe. Er musizierte an der Solo-Pauke.

Wie Rapp im Gespräch erläutert, werden im Studium alle Percussioninstrumente abgedeckt; die Spezialisierung erfolgt später. Es gebe immer mehr Schlaginstrumente und ebenso immer mehr Kompositionen für Schlagwerk. Im 20. Jahrhundert habe es eine »Revolution für das Schlagzeug« gegeben, und die einzelnen Instrumente würden dabei oft nicht nur herkömmlich bearbeitet.

Rapp lebt seit sechs Jahren in Ilbenstadt. Anlass zum Bau eines Hauses war der Job als Solo-Pauker beim HR-Sinfonieorchester. In Biberach an der Riß im nördlichen Oberschwaben geboren, war das Klavier sein erstes Instrument. Mit zwölf Jahren kam das Schlagzeug als zweites Instrument hinzu. Mit 15 Jahren erfolgte der Entschluss, Musik zu studieren.

Bei der Bewerbung zum klassischen Schlagzeugstudium trat erstmals für ihn eine Konkurrenzsituation auf und dazu die Frage, »was es bedeutet, sich nur noch mit seinem Instrument zu beschäftigen«. Beim Studium in Trossingen zwischen der Schwäbischen Alb und dem Schwarzwald wurden alle Instrumente durchgenommen und »neue verrückte Instrumente gebaut«.

Die Entscheidung zur Orchestermusik fiel mit der Bewerbung bei der Akademie der Berliner Philharmoniker. In der Karajan-Akademie erlebte Rapp zwei Jahre lang den Orchesteralltag, und es war »großartig, mit den besten Dirigenten zusammenzuarbeiten«. Er spielte unter der Leitung von Claudio Abbado, Sir Simon Rattle, Daniel Barenboim und weiteren namhaften Dirigenten. Auch dem HR-Sinfonieorchester ist eine Akademie angeschlossen. Eine tägliche intensive Beschäftigung mit dem Instrument ist erforderlich. Beim Eintreten in eine Akademie eröffnet sich der Blick in die Aufgabe als »Rad in einem übergeordneten, zusammenhängenden Werk«. Es müssen »Ohren entwickelt werden für das Zusammenspielen«. Ziel der Akademie ist eine Orchesterstelle.

Tournee in Japan und China

Rapp bewarb sich an der Deutschen Oper in Berlin und an der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz in Ludwigshafen, wo er neun Jahre blieb. Solo-Pauker sei wie der »Sprung ins kalte Wasser« gewesen. Nach einem Probespiel erfolgte der Wechsel zum HR-Sinfonieorchester, wo die rege Aufnahmetätigkeit eines Sinfonieorchesters neu war. Dies war eine Herausforderung, mit der man erst zurechtkommen musste.

Hauptspielorte sind die Alte Oper und der Sendesaal. Dazu kommen die Auftritte im gesamten Sendegebiet. Zuletzt führte eine Tournee nach Japan und China. Nächstes Jahr geht es nach Italien. Außerdem stehen regelmäßig Salzburg, Wien, Madrid, Barcelona und San Sebastian auf dem Plan. Zuletzt wurden Warschau und Kattowice besucht.

Rapp beschreibt, wie er als Musiker immer auf verschiedenen Gebieten aktiv sei. Er hat einen Lehrauftrag für Pauke an der Musikhochschule in Trossingen. Er betreut mehrere Schüler, einer ist sechs- und ein anderer zehnjährig. Das Unterrichten führt zu einem neuen Hinterfragen der eigene Tätigkeit. Einmal im Jahr kommen die »Schlauen Füchse«, die Großen des katholischen Kindergartens St. Peter und Paul, zu Besuch und stellen neue Fragen.

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