Wie sich Bibel und Kürbis vertragen

02. November 2017, 18:28 Uhr
Bei der Kinderkirche erfahren die Kinder, dass sowohl der Reformationstag, als auch Halloween von Ängsten handeln und davon, wie man sie überwindet. (Foto: pv)

Draußen ist es kalt, als an diesem Sonntagabend die Kinder mit ihren Eltern zur Kinderkirche ins evangelische Gemeindezentrum West in der Wintersteinstraße kommen. Die meisten Jungen und Mädchen sind verkleidet, einige Erwachsene auch. Am Eingang werden sie von vielen beleuchteten Kürbissen begrüßt. Der Altar ist herbstlich geschmückt, ihn ziert ein großer Kürbis mit einem eingeschnitzten Kreuz, daneben liegt eine aufgeschlagene Lutherbibel. Die Kinderkirche der evangelischen Kirchengemeinde steht an diesem Abend ganz im Zeichen eines großen Ereignisses.

Ängste an die Kirchentür genagelt

Der Reformationstag steht vor der Tür, der in diesem Jahr ganz besonders groß gefeiert wird, denn er jährt sich zum 500. Mal. Kinder denken in dieser Jahreszeit auch an Halloween, einige laufen gerne in gruseligen Verkleidungen durch die Straßen, klingeln an den Haustüren und fragen nach Süßigkeiten.

Halloween und Reformationstag – beide scheinen außer dem Datum eigentlich nichts miteinander zu tun zu haben. Oder etwa doch? Pfarrer André Witte-Karp sagt: »Ja, haben sie, denn beide handeln von Ängsten und davon, wie man sie überwindet.« Das Team der Kinderkirche beginnt mit einem Anspiel: Drei verkleidete Kinder klingeln an einer Haustür. Jemand öffnet die Tür und bekommt zunächst einen gehörigen Schreck. Dass die Erwachsenen so viel Angst vor den verkleideten Kindern haben, sorgt bei den jüngsten Gottesdienstbesuchern für viel Gelächter. Nun tritt Martin Luther auf. Er berichtet, wie groß seine Angst vor einem Gewitter gewesen ist. Außerdem hatte Luther Angst vor Gott und davor, dass er vielleicht nicht in den Himmel kommen könnte. Bis Luther endlich begreift, dass er gar keine Angst haben muss, weil Gott ihn liebt. Und welche Ängste haben die Kinder? Den Besuchern der Kinderkirche fällt dazu viel ein. Sie fürchten sich vorm Alleinsein, vor der Dunkelheit, vorm Feuerwerk und auch vor dem Tod. Die Kinder schreiben ihre Ängste auf Zettel und nageln diese an die Kirchentür. Fast so, wie Luther seine 95 Thesen.

Ein Team aus ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen hat die Kinderkirche gemeinsam mit Pfarrer Witte-Karp vorbereitet. »Uns ist wichtig, dass sowohl die Kinder, als auch die Eltern angesprochen werden«, sagt der Friedberger Pfarrer. Nach dem Gottesdienst malen die Kinder Luther-Rosen aus, es gibt Waffeln, Luther-Bonbons und Kürbissuppe.

Kürbis und Bibel scheinen sich an diesem Abend keine Konkurrenz zu machen. Luther hat versucht, den Menschen die Angst zu nehmen. Dass dies in diesem Jahr groß gefeiert wird, freut auch die Kinder.

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