17. November 2018, 10:00 Uhr

Gießen 46ers

46ers als Favorit in Derbystimmung

Zumindest für viele Fans der Gießen 46ers ist das Basketball-Bundesliga-Duell am Samstag mit den Frankfurt Skyliners eines der wichtigsten der Saison.
17. November 2018, 10:00 Uhr
Gießens Powerforward Benjamin Lischka (links John Bryant) kommt angeflogen – eine Szene aus dem vergangenen Derby gegen die Frankfurt Skyliners, die am Samstag um 18 Uhr in der Osthalle gastieren. (Foto: Vogel)

Gießen 46ers


Da ist Prestige, die Frage, wer in Basketball-Hessen zumindest bis zur Rückrunde auch mal die Klappe weit aufreißen darf, da gibt es die übliche Folklore von den derben Gießenern einerseits, den traditionslosen Konsumenten aus Frankfurt andererseits – kurz: Da ist ganz viel von dem dahinter, warum Fans eben auch Fans sind: Es ist das Hessenderby.

Der Gegner: Und in das gehen die 46ers als Favorit: Immerhin sind es die Gießener, die derzeit auf dem vierten Tabellenplatz rangieren, während die Frankfurter kurz vor den Abstiegsplätzen auf dem 14. Rang stehen. Doch dem wahren Leistungsniveau der Skyliners wird das nicht zwingend gerecht. Nicht ohne Grund steht Frankfurt im Eurocup kurz vor der Qualifikation für die nächste Runde und konnte sich im Pokal gegen Ulm durchsetzen. Mit dem NBA-erfahrenen Erik Murphy und Ex-Gießener Marco Völler, dafür ohne den verletzten Jonas Wohlfarth-Bottermann als big men, den erfahrenen Shawn Huff, Akeem Vargas und Quantez Robertson auf dem Flügel sowie Trae Bell-Haynes, Richard Freudenberg, dem starken Schützen Brady Heslip und Jason Clark auf den Guard-Positionen hat Trainerfuchs Gordon Herbert viel Qualität im Kader. Zuletzt gab es dennoch zwei Niederlagen: In der BBL unterlagen die Frankfurter medi Bayreuth mit 81:91, im Eurocup gab es am Mittwoch eine Pleite gegen das spanische Topteam von Unicaja Malaga.

Historie: Wer’s mit den Gießenern hält, kann in vielen schönen Erinnerungen schwelgen: Die beiden letzten Heimspiele gegen Frankfurt gewannen die 46ers deutlich, und auch auswärts war man zuletzt erfolgreich, gewann Ende März mit 86:70 in der Höchster Ballsporthalle. Insgesamt aber fällt die Bilanz in den Duellen zugunsten der Frankfurter aus: In 35 Aufeinandertreffen gewannen sie 24-mal. Wem das zu negativ ist, der sei an den Instagram-Account von Ex-46er Rouven Roessler verwiesen: Der 38-Jährige postete erst vor Kurzem ein Video von seinem Dreier zum Sieg in Frankfurt 2007 – versehen mit der Beschreibung »Eine der besten Erinnerungen, die man als Spieler haben kann. Frankfurt mit der Sirene zu schlagen, fühlt sich nach all den Jahren immer noch gut an. Manche Dinge kann einem niemand nehmen.«

Das Drumherum: Ein Derby lebt insbesondere von der Atmosphäre, woran es heute Abend nicht fehlen soll. So planen die Fans eine große Choreografie vor dem Spiel – wer sich an die letzte zum Abschied von Denis Wucherer erinnert, weiß, welch eindrucksvolle Bilder dabei entstehen können. John Bryant wird, ebenfalls vor Spielbeginn, von BBL-Chef Dr. Stefan Holz die Trophäe als »effektivster Spieler international« der vergangenen Saison überreicht bekommen. Der Verein bittet zudem um Aufmerksamkeit bei der Kleiderwahl: Die Fans sollen nach Möglichkeit in rot erscheinen, um auch optisch ein Bollwerk gegen die Gäste aus dem Rhein-Main-Gebiet zu bilden. Erstmals in dieser Saison ist die Osthalle ausverkauft, die Abendkasse wird nicht öffnen. Manager Heiko Schelberg findet zwar, dass die Arbeit von Ingo Freyer und der Mannschaft durchaus mehr Zuschauer verdienen würde, ist aber dennoch nicht unzufrieden, dass erst das vierte Heimspiel ausverkauft ist: »Ich bin nicht enttäuscht. Man muss das in Relation setzen zu anderen Mitbewerbern: Bei uns steigen die Zuschauerzahlen, anders als beim Handball oder in dem ein oder anderen Fußball-Stadion. Unser Ziel ist es, dass wir bei 17 Heimspielen mindestens fünf Mal ausverkauft melden können. Dafür müssen wir weiterhin Gas geben. Ich freue mich auf die tolle, hitzige Atmosphäre.«

Das Lazarett: Bis auf den weiterhin verletzten David Bell sind alle Spieler an Bord, sodass Trainer Freyer aus dem Vollen schöpfen kann.

Das sagt 46ers-Trainer Freyer: »Wir versuchen, uns optimal vorzubereiten. Wir wissen, dass ein Derby etwas ganz Besonderes ist, und die neuen Spieler haben das bereits durch Erzählungen von denjenigen, die schon länger dabei sind, mitbekommen, dass das hier sehr, sehr hitzig wird. Wer ein bisschen erfahren ist, weiß, was so ein Derby insgesamt bedeutet und hat das in anderen Regionen schon mal mitgespielt. Aber wir bereiten uns deswegen nicht anders vor als auf die anderen Spiele«, meinte der Trainer am Donnerstag bei der Pressekonferenz zu seiner Vertragsverlängerung bis 2021.

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