Jugendfußball

Die Kinder haben heute andere Interessen

Fußball – einstmals die schönste Nebensache der Welt. Doch dem ist nicht mehr so – vor allem der Jugendfußball bereitet große Sorgen.
10. August 2018, 12:00 Uhr
Im Fußballkreis Gießen gibt es einige Sportplätze, die schon mangels Nachwuchs nicht mehr genutzt werden. In den nächsten Jahren könnten noch weitere dazukommen. (Foto: Archiv)

Dies hat mittelfristig auch große Auswirkungen auf den Senioren-Bereich. Denn wenn der Nachwuchs fehlt, dann wird es auch für kleinere Vereine schwierig, am regulären Spielbetrieb teilzunehmen. Das ist nicht nur in Hessen so, auch in anderen Landesverbänden gibt es diese Probleme. Doch das hiesige Interesse richtet sich vor allem auf die Region Gießen/Marburg – genauer auf den Sportkreis Gießen. Wir haben mit Gießens Kreisjugendfußballwart Jürgen Jung gesprochen. Wie beurteilt er die Lage? Was kann man tun?

Der Rückgang an Mannschaften – mit Ausnahme bei den G- und E-Junioren – hält unvermindert an. Das Feld an Teams wird insbesondere bei den älteren Jahrgängen immer dramatischer. Wie stellt sich die Situation im Jugendfußball im Sportkreis Gießen für Sie in dieser Saison dar?

Jürgen Jung: Wir im Kreis Gießen haben einen erheblichen Rückgang. Bei den A- und D-Junioren wird es in den kommenden Jahren weitere Rückgänge geben. Noch mehr Jugendspielgemeinschaften entstehen. Zurzeit spielen 90 Mannschaften in den zwölf Jugendspielgemeinschaften. Ein großes Problem für die Vereine ist – sie finden keine Trainer und Betreuer. In manchen Vereinen könnte eventuell die eine oder andere Mannschaft gemeldet werden, aber es fehlt schlichtweg an Betreuern, die ebenso unerlässlich sind. Durch den Rückgang bei den A-Junioren spielen wir in der Saison 2018/19 in der Kreisliga Süd mit zehn Mannschaften aus Gießen, eine aus Wetzlar und drei aus Alsfeld. Weitere Kreisligen sind: Kreisliga Nord, Marburg, Biedenkopf und Frankenberg. Kreisliga West Dillenburg und Wetzlar. Weitere Zusammenlegungen der B- und C-Junioren werden in den nächsten Jahren folgen. Durch die Fallzahlen können wir dies voraussehen.

Angesichts der rückläufigen Zahlen, welche Auswirkungen erwarten Sie für den Bereich der Senioren mittelfristig?

Jung: Zu diesem Thema habe ich dahingehend Bedenken, dass in ein paar Jahren viele kleine Vereine nicht mal mehr eine Seniorenmannschaft stellen können. Es werden mehr Spielgemeinschaften entstehen – oder in Großgemeinden wie in Laubach eine FSG mit allen Stadtteilen. Doch auch in dieser FSG kann leider keine A-Jugend gemeldet werden.

Gibt es Ihrer Ansicht nach Ansätze, damit man Jugendfußball wieder attraktiver für Kinder machen kann?

Jung: Dies ist eine sehr schwierige Angelegenheit. Die Kinder haben heute andere Interessen. Im Schulsport spielt der Fußball eine untergeordnete Rolle. Wenn ich sehe, dass mein Enkel in der Grundschule einen Golfkurs belegen kann, verstehe ich den Rückgang des Jugendfußballs.

In Frankfurt sollten die Alarmglocken schrillen. Welche Konzepte gibt es vom Hessischen Fußball-Verband?

Jung: Die Ideen des Hessischen Fußball-Verbands in Frankfurt sind vielfältig. Zum Beispiel werden die G- und F-Junioren eine neue Form spielen (Minifußball). Die Funino-Spielregeln werden auf der HFV-Seite erklärt und auch auf Internetseite des kjw-Giessen-online. demnächst zu sehen sein. Durch diese Form soll das taktische Spielen wie jetzt bei der Fair-Play-Liga entfallen. Alles Weitere können wir im Fußballkreis nicht sonderlich groß beeinflussen. Wir sind dabei auch auf die Hilfe der Vereine in jeglicher Form angewiesen. Der Kreisjugendfußballausschuss Gießen wünscht sich von den Vereinen mehr Zusammenarbeit bei neuen Ideen. (Foto: ms)

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