03. Februar 2019, 19:51 Uhr

Gießen 46ers

Gießen 46ers: Trainer Freyer sauer über »Killer-Pfiff« gegen Lischka

Betrübte Gesichter bei den Gießen 46ers: s.Oliver Würzburg siegt 101:84 in der Osthalle. Vor allem die Defense der Gäste machte der Freyer-Truppe schwer zu schaffen. Und ein Pfiff gegen Benni Lischka.
03. Februar 2019, 19:51 Uhr
(Foto: Harald Friedrich)

Gießen 46ers


Freyer regte sich noch in der Pressekonferenz über die Entscheidung der Schiedsrichter auf. Was war in der 32. Minute passiert? Lischka fischte sich beim Stand von 68:75 den Rebound und wurde dabei eigentlich von Xavier Cooks gefoult. Das Duell ging dann aber mit mehr oder weniger Körperkontakt ohne Ball beim Vorlaufen weiter – und letztlich gab es ein unsportliches Foul für den Gießener Powerforward und ein normales für den Amerikaner. Der durfte anschließend an die Freiwurflinie und verwandelte einen zum 76:68. Den Ballbesitz danach münzten die Würzburger ebenso in Zählbares um, sodass aus einem möglichen Reduzieren der Gießener auf fünf oder vier Punkte ein Rückstand auf zehn entstand.

Für Freyer der Knackpunkt in der emotionsgeladenen Partie, in der die Würzburger mit Ex-Trainer Denis Wucherer und weiteren vier ehemaligen Gießenern an ihrer alten Wirkungsstätte antraten Gießens Coach fand klare Worte über die Schiri-Entscheidung: »Wir waren in einer Phase oben auf. Hätte diese noch zwei Minuten länger gedauert, hätten wir vielleicht ausgeglichen und gewonnen. Wir haben uns aber stattdessen provozieren lassen. Diese Entscheidung des Refs ist für mich völlig unverständlich, ohne das Video gesehen zu haben. Das war aber der Killer. Es gab zwei Freiwürfe und Einwurf an der Seite für Würzburg. Ansonsten wäre das Spiel völlig offen gewesen, wenn diese Situation nicht gewesen wäre. Da hatten wir eine super Körpersprache. Wir hätten gewonnen, wenn das nicht passiert wäre.« Lischka selbst kommentierte: »Ein komischer Pfiff.« Für ihn war das aber nie und nimmer ein unsportliches Foul.

Würzburgs Trainer Wucherer brauchte sich dagegen nicht aufregen und analysierte: »Über weite Strecken haben wir uns ordentlich präsentiert, so wie wir uns das vorgestellt haben. Wir haben 28 Asissts verteilt und nur neun Turnover zugelassen. Damit kannst du auswärts auch in einem schwierigen Umfeld gegen ein starkes Team gewinnen. Ich bin stolz auf die Truppe.«

Von Beginn an war eine hohe Intensität auf beiden Seiten zu erkennen – an beiden Enden des Feldes. Um dies aufrechtzuhalten, wechselten beide Coaches bereits in den ersten zehn Minuten munter durch. Wucherer gab gleich zehn Spielern eine Chance, sich zu beweisen. Egal, wer auf dem Court stand, alle agierten mit hoher Geschwindigkeit und Aggressivität in der Defense. Bis zum 16:16 war es ein Schlagabtausch auf Augenhöhe. Dann leisteten sich die Gießener eine einminütige »Auszeit«, als sie im Angriff beim Passen Fehler produzierten. Auf die hatten die Gäste nur gelauert: Sie bestraften sie auf dem Fuß. Sechs Punkte in Folge – und die Würzburger gingen als 22:16-Sieger aus dem ersten Viertel hervor.

Diesem Rückstand liefen die Gießener lange hinterher. Die Mainfranken blieben präsent und knüppelhart in der Verteidigung. Angeführt von David Bell, der Schwächen im Eins-gegen-Eins offenbarte, aber im Angriff Verantwortung übernahm, kämpften sich die 46ers heran. Nach vier verwandelten Freiwürfen von Bell atmeten die Fans auf den Rängen auf – der Gleichstand war hergestellt (32:32, 14.). Larry Gordon war es vorbehalten, die Führung mit einem Zweier zu erzielen. Darauf reagierte der gestenreiche Wucherer sofort. Mit einer Auszeit wollte er jegliches Aufkommen der Gießener im Keim ersticken – und hatte damit Erfolg. Seine bis in die Haarspitzen motivierte Truppe erhöhte das Tempo, ließ sich auch nicht von einem Gordon-Dreier aus dem Konzept bringen und erarbeitete sich nach 20 Minuten einen Neun-Punkte-Vorsprung.

Die körperbetonte Defense der Würzburger zeigte auch im dritten Durchgang Wirkung – sie behagte den Gießenern überhaupt nicht, die Turnover fabrizierten. Nach dem 45:59 hatte Freyer die Faxen dick und nahm eine Auszeit, die aber verpuffte. Beim 68:48 nach Dreier vom starken Cooks sah es nach einem klaren Sieg der Gäste aus. Doch die 46ers mit den nun auftrumpfenden Max Landis und Mahir Agva starteten eine furiose Aufholjagd. Beim 64:74 waren es nur noch zehn Punkte, beim 68:75 nur noch sieben. Dann gab es die Aktion zwischen Lischka und Cooks, die den Würzburger besonders anzustacheln schien. Der Stimmungstöter markierte danach sieben Punkte in Folge zum vorentscheidenden 82:68.

 


Gießen 46ers: Bryant: 16; Lischka: 12; Bell: 12; Gordon: 10; Agva: 10; Jordan: 8; Thomas: 8; Landis: 7; Chambers: 1

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