09. Februar 2019, 16:00 Uhr

Rock’n’Roll

Lukas Moos und Christina Bischoff-Moos starten als Trainer durch

Irgendein Trainer hat den Krofdorfern mal geraten, einen anderen Sport zu machen. Heute sind sie ein deutsches Top-Paar. Jetzt ist aber Schluss mit Turnieren. Sie wollen selbst Wissen weitergeben.
09. Februar 2019, 16:00 Uhr
Christina Bischoff-Moos (l.) leistet im Training Hilfestellung bei einer Akrobatik. Lukas Moos (im Hintergund rechts) ist mit einem anderen Paar beschäftigt. (Foto: Friedrich)

40 Prozent sind Talent«, schätzt Lukas Moos. »Mehr aber auf gar keinen Fall«, schickt Christina Bischoff-Moos gleich hinterher. Der 31-Jährige und seine zwei Jahre jüngere Ehefrau sind sich einig, dass sie beide nicht mit sehr viel Talent gesegnet waren, sich alles hart erarbeiten mussten. Das wollen sie jetzt auch an ihre Paare weitergeben. Das Feeling für den richtigen Takt sei wichtig, erklärt Bischoff-Moos. »Wer das hat, ist schon mal im Vorteil. Die Bewegung kann sich entwickeln. Das ist nicht schlimm, wenn die erst mal Grütze ist.«

Rock’n’Roll wird meistens im 4/4-Takt getanzt mit 49 bis 51 Schlägen pro Minute. Kinder fangen langsamer an. Zur Trainingsgruppe bei der TSG Blau-Gold Gießen, bei der die ehemaligen deutschen Meister als Übungsleiter tätig sind, gehören etwa 25 Personen. Die Altersspanne reicht von fünf bis über 40 Jahre. Zur Gruppe gehört auch das ambitionierte Duo Daniel Kozachyshen und Eileen Rolshausen, das bundesweit auf Turnieren antritt. Außerdem gibt’s zwei bis drei weitere Paare, die das Zeug dazu hätten. »Die möchten aber nicht auf Turniere und tanzen lieber Shows«, erklärt Lukas Moos. Ein Feld des Rock’n’Rolls, das sich auch die Wettenberger noch bewahrt haben. Zu Firmenfeiern, Weihnachtsfeiern, Hochzeiten oder aber beim Fasching in Krofdorf lassen sie ihr Können aufblitzen.

Um nach der Leistungsportlaufbahn fit zu bleiben, wird weiter selbst trainiert: montags Fußtechnik, dienstags und donnerstags Akrobatik und am Wochenende Wettkampf. So sah der Zeitplan bis Ende des vergangenen Jahres oft aus. Weniger geworden ist es nicht. Eine Trainingseinheit haben die beiden gestrichen. Der Donnerstag und Freitag sind jetzt für ihre Schüler reserviert. Samstags geht’s oft noch zur Formation nach Büdingen. Das bringt Spaß und Abwechslung.

Als Trainer sind Moos/Bischoff-Moos bereits seit 2007 am Rande unterwegs. Schon damals, als sie noch beim Gießener Tanz-Club 74 waren, kamen andere Sportler auf sie zu und wollten Stunden haben. Beim GTC konnten sie das aber nicht offiziell anbieten, da ihnen als aktives Turnierpaar der Trainerschein fehlte. Den haben sie auch jetzt noch nicht. Aber bei Blau-Gold ist die Lizenz keine unmittelbare Voraussetzung, um Kurse anzuleiten. »Herr Zirkler (Vereinsvorsitzender; Anm. d. Red.) weiß, was wir können. Wir müssen nur unseren Laden im Griff haben«, sagt Moos. Erste Hilfe, Kindeswohlgefährdung, polizeiliches Führungszeugnis; einige Kurse waren für den Job dennoch nötig. Die Trainerlizenz soll auch noch folgen.

Bei der Vermittlung ihres Wissens legt das Ehepaar Wert auf die Grundsätze seiner eigenen früheren Trainer. Elementar beim Rock’n’Roll, das durch die Akrobatik auch viele turnerische Elemente enthält, ist die richtige Dosierung. »Der Mann muss Muskeln aufbauen, aber für die Fußtechnik auch beweglich bleiben. Die Frau sollte eher leicht sein, aber auch sie hat in den Akrobatiken Muskelarbeit zu leisten«, macht Lukas Moos klar. Daher stehen für die Kids viele technische Übungen, aber auch Koordination und Körperspannung auf dem Plan. »Wir üben mit ihnen defizitorientiert und fördern das, was sie noch nicht so gut können«, erklärt Christina Bischoff-Moos. Zu Turnieren mit Kozachyshen/Rolshausen fahren die beiden nur selten mit, kümmern sich aber ansonsten ausgiebig um die Nachwuchs-Asse. Bischoff-Moos übernimmt z. B. die ganze Organisation rund um den Sport, meldet neue Akrobatiken und Musik beim Verband an.

Keine Option für die Krofdorfer ist derzeit das Amt des Wertungsrichters. Viele gute Tänzer seien diesen Weg gegangen, man habe sie allerdings im Verband zerstört, meint Bischoff-Moos und schlägt kritische Töne an. »Man möchte ja gerne einheitlich werten und vorher besprechen, wer deutscher Meister wird, anstatt auf der Fläche zu schauen, wer es wirklich ist. Das ist sehr schade.« Das war auch ein Grund, den Weg des Trainers zu beschreiten. Die heimischen Tanz-Größen wollen ihren Sport anderen vermitteln, nicht werten und beurteilen.

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