30. November 2017, 12:00 Uhr

Rad fahren im Winter

Sieger werden im Winter gemacht

Winterzeit. Kältezeit. Frostzeit. Besonders die Radfahrer haben in den Wintermonaten mit Dunkelheit, Glätte und Kälte zu kämpfen. Was tun? Damit beschäftigt sich der dritte Teil unserer Serie.
30. November 2017, 12:00 Uhr
Achtung: Im Herbst und Winter lauern Rutsch- und Sturzgefahren. (Foto: Herteux)

Rollentraining/Indoorcycling

Winterzeit ist in aller Regel Grundlagenzeit. »Nur wer langsam trainiert, wird schneller«, ist so eine Binsenweisheit, oder: »Sieger werden im Winter gemacht.« Wer in seinen Leistungen stagniert, sollte hierauf ein Augenmerk legen. Eine Herausforderung für das Training vieler Radsportler ist die gleichbleibende Pulsbelastung, beziehungsweise das gesteuerte Intervalltraining. Das ist außer Haus mit An- und Abstiegen, mit Rücken- und Gegenwind, mit unterschiedlichen Untergründen, Temperaturen und verkehrsbedingten Stopps nicht zu verwirklichen. Hier müssen zu vergleichende Laborbedingungen hergestellt werden, und nichts eignet sich besser, als das Fahrrad auf einer Rolle zu installieren oder Indoorcycling-Kurse der verschiedenen Gesundheitszentren oder Vereine zu besuchen.

Mit der Pulsuhr oder einem Wattmesssystem lässt sich gezielt und Stück für Stück an der Verbesserung der Grundlagenausdauer arbeiten. Eine Steigerung je nach Fitnesszustand über den Entwicklungs- bis hin zum Spitzenbereich und High-Intensity-Training (HIT) ist ebenso möglich wie parallel dabei Sprints und Antritte zu üben sowie an Tretttechnik und Sitzposition zu feilen. Das speziell auf Fahrradfahrer ausgerichtete Training bieten Gesundheitszentren wie zum Beispiel die Villa aktiv in Gießen an. Sogenannte Spinningkurse mögen zur allgemeinen Fitness oder Gewichtsreduktion beitragen, allerdings eignen sie sich für eine individuelle und pulsorientierte Trainingssteuerung eher nicht.

Sofort reinigen, ehe die Bremse blockiert.
Sofort reinigen, ehe die Bremse blockiert.

 

Trainingstreffs

Eine gute Gelegenheit, den Winter nicht nur zu überbrücken, sondern sich dabei auch technische Fertigkeiten anzueignen, bieten die Mountainbike-Trainingstreffs der heimischen Radsportvereine. Zusammen als Gruppe mit dem Mountainbike unterwegs, lassen sich Fahrtechniken einüben, die auch immer ein Zugewinn für die Straßenradsaion sind. Außerdem muss sich niemand davor fürchten, mit einer Panne allein im Wald zurückzubleiben. Beim RSC Grünberg beispielsweise trifft sich ganzjährig eine MTB-Gruppe jeweils sonntags um 10 Uhr auf dem Marktplatz in Grünberg.

Der RV 1904/27 Gießen-Kleinlinden bietet in Kooperation mit der RSG Gießen und Wieseck ein Jugendtraining an – montags wird in der Kleinlindener Turnhalle an Motorik, Kraftausdauer und Kondition gefeilt, samstags geht es in verschiedenen Altersgruppen mit dem MTB oder Crosser ins Gelände. Anschließend gegen 11 Uhr starten MTB-Gruppen vom Kleinlindener Bürgerhaus aus. Bei den Sandhasen Wölfersheim geht es sehr oft sonntags ab 10 Uhr aufs Rad. Auch der RV Ober-Mörlen fährt in der Gruppe, sollten sich genügend Interessenten finden. Infos und Kontakte bieten die heimischen Radsportvereine auf ihren Internetseiten.

+++ Noah Jung im Interview

Zwift

Facebook, Instagram, Twitter – unsere Gesellschaft wird mehr und mehr von den sozialen Medien dominiert. Auch interaktive Spiele wie »World of Warcraft«, das wohl bekannteste Multiplayer-Online-Rollenspiel, locken Millionen vor die Bildschirme und – so die Kritiker – rauben einem die Zeit. Was das mit Rad fahren zu tun hat? Wenn es in diesen nassen und dunklen Tagen bis auf wenige Crossrennen kaum Möglichkeiten zum Training und Wettstreit gibt, warum nicht auf den Online-Modus wechseln. Das 2014 in Kalifornien gegründete Unternehmen Zwift gibt Radsportlern rund um den Globus die Möglichkeit, mit Gleichgesinnten zu trainieren. Einer von ihnen ist Alexander Koop, der in Butzbach praktizierende Internist, der der virtuellen Welt diesmal etwas abgewinnen kann, denn: »Hier wird mit richtigen Menschen gefahren und kommuniziert.«

Weltweit in Echtzeit trainieren oder Rennen fahren – Zwift macht es möglich.	(YouTube)
Weltweit in Echtzeit trainieren oder Rennen fahren – Zwift macht es möglich. (YouTube)

 

Das technische Equipment vorausgesetzt, »kommen durch realitätsnahe Simulation wie Windschatten oder Gefälle noch unterhaltsame Faktoren hinzu. So kann man Gruppenfahrten oder sogar Rennen simulieren. Dann hat es sogar einen sozialen Aspekt«. Auf der Plattform Zwift sind bis zu 4000 Radler zeitgleich unterwegs, hier können Originalstrecken wie der WM-Kurs von Richmond abgefahren werden, inzwischen haben sich richtige Rennteams gebildet. Und der Clou dabei für den 45-Jährigen: »Hier trifft man sogar Profis wie Andre Greipel oder Marcel Kittel und kann versuchen, möglichst lange dranzubleiben.« Nicht zu vergessen beim »zwiften«: die Zeitersparnis, der geringere Materialverschleiß und die Unabhängigkeit von der zumeist in unseren Gefilden trüben und nasskalten Witterung.

Begleitende Alternativen

Keine Frage, Radfahrer, die sehr häufig und auch ausdauernd mit ihrem Untersatz unterwegs sind, sind einseitig belastet. Hier gilt es, muskuläre Dysbalancen auszugleichen. Wenn schon in den trainingsintensiven Monaten dafür kaum Zeit gefunden wird, sind die kommenden Wochen dafür ideal. Schwimmen, leichtes Joggen, Krafttraining unter Aufsicht, Rücken-, Gymnastik- oder Faszienkurse sind keine Alternativen, sondern begleitende, ausgleichende Maßnahmen. Und: Falsche Bewegungsabläufe durch einseitiges Training führen nicht selten zu Muskel- oder Skelettschäden, sondern verhindern auch eine Leistungssteigerung. Selbst jene auf dem Bike, ob Rennrad oder Mountainbike.

 

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