09. November 2018, 13:30 Uhr

Landesliga-Spitzenspiel

Der Oberliga-Traum: Ein Wetterauer im Duell gegen eine Wetterauer Mannschaft

MSG Linden vs. TV Petterweil - Das Spitzenspiel in der Handball-Landesliga ist auch ein Duell eines Münzenbergers, der längst auf der anderen Seite spielt.
09. November 2018, 13:30 Uhr
Lukas Walter von der MSG Linden (am Ball) fühlt sich wohl bei seinem Klub - auch wenn der Wetterauer nicht mehr in seinem Heimatkreis spielt. (Foto: Rainer Schmidt)

Das Spitzenspiel in der Handball-Landesliga am Samstag (19.45 Uhr) zwischen der MSG Linden und dem TV Petterweil ist auch das Duell zweier Teams aus benachbarten Landkreisen. Mit Lukas Walter (Bild) ist ein Protagonist dabei, der mit beiden Regionen verbunden ist. Der 24-Jährige ist waschechter Wetterauer, der 2013 seine sportliche Heimat aber in Linden bei Gießen gefunden hat.

Er stammt aus einer klassischen Handballer-Familie. Jeder in der Wetterau kennt Vater Bernd. Mutter Renate stand beim TSV im Tor, und auch die Schwestern sind vom Handballvirus befallen und in Münzenberg aktiv. Damit nicht genug: Großvater Kurt Schwenz gehörte einst zu den tragenden Säulen des TSV, und Onkel Norbert spielte zu Oberliga- und Landesligazeiten ebenfalls in Münzenberg. »Ich bin praktisch in der Halle groß geworden und habe in der Minimannschaft der HSG Münzenberg/Gambach angefangen«, erzählt Walter, der heute als Finanzfachwirt beim Finanzamt Friedberg arbeitet und mit seiner Freundin Ricarda in Butzbach-Fauerbach wohnt.

Hier habe ich vom ersten Moment an Vertrauen gespürt

Lukas Walter

Schon im C-Jugend-Alter wechselte er wegen der besseren Perspektiven zur SG Kleenheim. »Für eine möglichst optimale sportliche Entwicklung war es mir wichtig, nicht nur im Spiel, sondern auch im Training durch starke Konkurrenz gefordert zu werden.« Als B-Jugendlicher folgte dann der Wechsel nach Mörlen. »Die hatten zu dieser Zeit einen richtig starken Jahrgang, außerdem hat mich der damalige HSG-Trainer Sven Tauber, der auch aus Münzenberg stammt, mit zum Training genommen«, erzählt Walter.


Handball-Landesliga: Walter fühlt sich wohl bei der MSG Linden

Im letzten A-Jugend-Jahr landete er schließlich beim TSV Södel. »Dort war mein Vater Trainer der ersten Mannschaft und ich erhielt ein Doppelspielrecht für Jugend und Aktive.« In Södel startete er richtig durch und machte mit vielen Toren und guten Leistungen auf sich aufmerksam. So auch beim TV 05/07 Hüttenberg, der ihn umwarb und für seine U 23 verpflichtete. Unter Trainer Axel Spandau sollte er weiter ausgebildet werden und reifen. Die Saisonvorbereitung verlief für ihn noch wie erwartet. Walter profitierte von der Trainingsarbeit und entwickelte sich positiv. Da der TVH jedoch mit Patrick Engel einen weiteren Spieler auf seiner Position im Rückraum verpflichtet hatte und sich zudem Dominik Mappes in den Vordergrund spielte, wurde die Luft für Walter dünn. »Auf meiner Position war ich plötzlich nur noch der dritte Mann. Wenn man trainiert, will man auch spielen. Unter der neuen Konstellation waren geringe Spielanteile absehbar«, begründet er die Entscheidung, den Klub nach nur vier Monaten wieder zu verlassen.

Der Kopf muss bereit sein, und die Schlüsselspieler sollten funktionieren

Lukas Walter

Über Uli Lepper kam der Kontakt nach Linden zustande. »Hier habe ich vom ersten Moment an Vertrauen gespürt«, nennt er einen der Gründe zum Wechsel. Die Entscheidung für die MSG erwies sich als goldrichtig. Trotz einiger auswärtiger Spieler sieht Walter in der Lindener Mannschaft einen guten Zusammenhalt. Der Verein sei gut geführt, sagt er, und habe mit Uli Lepper, Lothar Weigel und Christian Semmelroth Leute mit Handball-Sachverstand in der Verantwortung. »Ich fühle mich wohl in Linden«, sagt Walter, leugnet aber nicht, dass es auch Anfragen anderer Vereine gibt, denen er aber ablehnend gegenübersteht.
 

Handball-Landesliga: Die Hoffnung der HSG Wettertal auf eine Rückkehr

Die Gründe dafür sind vielfältig und hängen auch mit seinen sportlichen Träumen zusammen. Einen Aufstieg feiern und in der Oberliga spielen – das waren die jugendlichen Ziele. Linden besitzt derzeit gute Chancen, beide zu realisieren. Auch MSG-Coach Mario Weber liefert dem 24-Jährigen ein weiteres Argument für den Verbleib im Gießener Süden. »Mario besitzt höherklassige Erfahrung, macht sich viele Gedanken über das Spiel, bietet ein gut dosiertes Training an und begegnet den Spielern mit guter Kommunikation«, sagt Walter, der privat in unmittelbarer Nähe seines Elternhauses sesshaft werden könnte. Dann dürfte man bei der HSG Wettertal hoffen, dass die Laufbahn einmal dort endet, wo sie begonnen hat: unter der Münzenberger Burg.

Im Interview

Lukas Walter im Interview: "Das Gesamtpaket stimmt"

Der TV Petterweil ist als Rangzweiter in der Handball-Landesliga am Samstag (19.45 Uhr) beim Klassenprimus MSG gefordert. Die Wetterauer treffen in Lützellinden auf einen weiteren Wetterauer in Diensten des Gegners: Lukas Walter.

Herr Walter, was macht ihr Team zu einem Topteam?

Lukas Walter: Wir verfügen über das nötige Selbstvertrauen und haben mit Mario Weber einen Toptrainer. Während die Abwehr seit Jahren gut steht und wir dahinter über gute Torhüter verfügen, haben wir uns in dieser Saison auch im Angriff verbessert. Der Zusammenhalt ist gut, wir haben Spaß miteinander. Kurzum: Das Gesamtpaket stimmt.

Sie waren zuletzt längere Zeit verletzt. Was genau war die Diagnose? Sind Sie wieder zu 100 Prozent fit?

Walter: Schon zum Ende der letzten Runde laborierte ich an einer Schambeinverletzung, habe aber weiter gespielt. Im Spiel ging es halbwegs, aber am Tag danach hatte ich immer große Schmerzen. Dann war eine achtwöchige Pause unabdingbar, was eine MRT-Untersuchung auch aufgezeigt hatte. Vor zwei Wochen bin ich wieder eingestiegen. Es fehlt natürlich noch einiges, vor allem im Bereich Athletik und Kondition.

Was zeichnet den morgigen Gegner Petterweil aus?

Walter: Die Mannschaft besitzt seit Jahren einen eingespielten Stamm und hat sich gezielt verstärkt. Mit Torwart Iteb Bouali und Jonas Koffler sind derzeit zwei Spieler überragend in Form. Wie bei uns besteht auch in Petterweil ein großer Zusammenhalt.

Was wird am Samstag den Ausschlag geben?

Walter: Mit der richtigen Einstellung ins Spiel zu gehen und die sich entwickelnden Faktoren zu erkennen und anzunehmen. Eine gewisse Härte ist zu erwarten, die gilt es zu akzeptieren. Der Kopf muss bereit sein, und die Schlüsselspieler sollten funktionieren.

Wie geht das Spiel aus?

Walter: Ich hoffe, wir haben am Ende mindestens ein Tor mehr geworfen und zwei weitere Punkte auf dem Konto.

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