11. Januar 2019, 13:10 Uhr

Deutsche Biathletinnen im Tief - Warten auf Dahlmeier

Wiedergutmachung ist angesagt bei den deutschen Biathletinnen. Spätestens im Staffel-Rennen am Sonntag soll es auch ohne Doppel-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier auf das Podest gehen.
11. Januar 2019, 13:10 Uhr
Von Volker Gundrum, dpa
In Oberhof im Einsatz: Franziska Preuß. (Foto: Martin Schutt)

Oberhof (dpa) - Laura Dahlmeier hier, Laura Dahlmeier da - dabei fehlt die Doppel-Olympiasieger beim Biathlon-Weltcup in Oberhof.

Wird die Abwesenheit der siebenmaligen Weltmeisterin etwa zur Belastung für ihre Teamkolleginnen, müssen die deutschen Skijägerinnen deshalb so oft in die Strafrunde? «Nein, nein», antwortet Franziska Preuß, dabei ist die D-Frage in jenem Moment noch gar nicht fertig gestellt. «Uns nervt es eher, dass das Thema kein Ende nimmt. Biathlon ist eine Einzelsportart. Ob jetzt Laura mit im Starterfeld steht oder nicht, das beeinflusst unser Rennen gar nicht.»

Denise Herrmann, die genau wie Preuß schon gezeigt hat, dass sie im Weltcup vorne mitmischen kann, sieht es ähnlich: «Wir können es ja auch nicht ändern, ob sie startet oder nicht startet.» Biathlon-Ikone Ole Einar Björndalen sagt: «Das stört die anderen Mädchen sicher nicht. Gemeinsam mit einem Star in der Mannschaft ist es normalerweise sehr gut. Dann ist es leichter für die anderen Athleten, super Resultate zu bringen.» Der Rekord-Olympiasieger und Weltmeister aus Norwegen hat seine einmalige Karriere beendet.

Im Umkehrschluss könnte das auch bedeuten: Wenn der Star nicht da ist, wird es schwer. Auf jeden Fall läuft es beim Frauenteam nicht wie gewünscht. Nach dem Trainerwechsel von Gerald Hönig zum jungen Gespann Kristian Mehringer und Florian Steirer (beide 37) bleiben die Top-Ergebnisse aus. Auch, weil nicht nur Dahlmeier sondern auch die Staffel-Weltmeisterinnen Vanessa Hinz, Maren Hammerschmidt und Franziska Hildebrand fehlen oder noch nicht richtig fit sind.

Den einzigen Podestplatz im nacholympischen Winter hat kurz vor Weihnachten eben jene Laura Dahlmeier geholt, die im Sommer noch dachte, aus gesundheitlichen Gründen gar keinen Leistungssport mehr machen zu können. Deswegen tritt die 25-Jährige aus Garmisch-Partenkirchen kürzer, bei der WM im März in Schweden will sie wieder richtig in Form sein.

«Nächste Woche ist Laura wieder dabei. Dann sind wieder alle glücklich», sagt Preuß. «Aber für uns ändert sich nichts.» Dem deutschen Team hinter Dahlmeier helfen bei den Heim-Weltcups in Oberhof und dann in Ruhpolding nur gute Ergebnisse. Auch Trainer Mehringer weiß: «Der Anspruch in Deutschland: Immer auf das Podium zu laufen.»

«Das ist auf gar keinen Fall unser Leistungsbild», befand die ehemalige Langläuferin Herrmann über das historisch schlechte, aber mannschaftlich geschlossene Sprintergebnis am Donnerstag in Oberhof mit den Plätzen 34 bis 45 und 80. Sie sagte auch: «Man hat das Gefühl, bei manchen scheint die Sonne immer, manche die müssen sich das immer hart erarbeiten.»

Im Verfolgungsrennen am Samstag soll die Wende zum Guten eingeleitet werden. Mit einem Staffel-Podest am Sonntag könnte der Weltcup im Thüringer Wald für die Damen sogar noch versöhnlich enden. «Wir geben unser Bestes. Wir wollen die Mädels nach vorne bringen. Sollten die Leistungen nicht kommen, werden sicher Diskussionen kommen», ahnt Mehringer.

In der Nationen-Wertung sind die Skijägerinnen momentan nur noch Sechste hinter Italien, Frankreich, Russland, Schweden und Norwegen. Wäre das auch am Saison-Ende noch so, würde dies sogar den Verlust eines Weltcup-Startplatzes bedeuten.

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