14. März 2019, 15:30 Uhr

Krefelder Bauhaus-Villen in neuem Glanz

Die Villen sind würfelförmig und markant. Entworfen hat sie der Bauhaus-Architekt Ludwig Mies van der Rohe Ende der 1920er Jahre. Normalerweise wird in Haus Esters und Haus Lange Kunst gezeigt. Im Bauhaus-Jahr werden die Krefelder Villen selbst zum Schaustück.
14. März 2019, 15:30 Uhr
Die Bauhaus-Villen Haus Esters und Haus Lange in Krefeld. (Foto: Roland Weihrauch)

Ludwig Mies van der Rohe hätte die beiden Villen in Krefeld gerne radikaler gebaut. Doch seine Auftraggeber, zwei Seidenfabrikanten, ließen sich nicht auf alle Ideen des letzten Bauhaus-Direktors ein: Eine reine Glasfront zum Garten - damit kam der Architekt Ende der 1920er Jahre nicht durch. Die Herren Esters und Lange wollten mehr Privatheit für sich und ihre Familien.

Die Backstein-Wohnhäuser in einem Villenvorort von Krefeld sind Schmuckstücke der Bauhaus-Architektur in Nordrhein-Westfalen. Heute werden Haus Esters und Haus Lange als Museen genutzt. Doch im Bauhaus-Jahr werden sie selbst zum Schaustück. In den weitgehend leeren Räumen können Besucher mit Spezialbrillen die ursprüngliche Möblierung ansehen. Von Sonntag an (17. März) können die beiden Bauhaus-Villen nach einem Jahr Pause wieder besichtigt werden. Das Ausstellungs-Projekt «Anders Wohnen» präsentiert von Mai an mehrere Schauen zu dem Thema in den Krefelder Villen.

Nach einer 1,2 Millionen Euro teuren Restaurierung ist die originale Ausstattung so weit wie möglich wiederhergestellt. Dazu gehören die komplett versenkbare Fensterfront zum Garten, das Nussbaum-Parkett im Quadratmuster oder Türklinken und Fensterhebel. «Ein technischer wie auch gestalterischer Detailreichtum unterstreicht die Modernität dieser beiden Gesamtkunstwerke», betonen die Kunstmuseen. Seit 1984 stehen die Villen samt Gärten unter Denkmalschutz.

Der Kölner Architekturprofessor Daniel Lohmann sagt, Mies van der Rohe habe hier seine Vorstellung der Architektur so gut wie möglich realisiert. In Modellen ist zu sehen, dass Stahl beide Bauten durchzieht, auch wenn sie von außen im Backstein-Kleid dastehen.

Was heute immer noch modern aussieht, war vor fast 100 Jahren ein futuristisch anmutender Bau mit Flachdach. «Die Häuser wurden verspottet», berichtet Kuratorin Magdalena Holzhey und zitiert die Bemerkung, «es sei kein Geld mehr da gewesen, um ein Dach draufzusetzen».

In Krefeld hat Mies van der Rohe auch einen Industriebau errichtet, das Verseidag-Gebäude. Damit stehen drei von neun Bauten, die er in Europa verwirklichen konnte, in der einstigen Seidenweberstadt. «Anders Wohnen» ist Teil des nationalen Verbundprojekts Bauhaus 100. Allein in NRW sind bis Ende März 2020 über 40 Ausstellungen geplant.

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