Das Institut fürs Eingemachte hat es ermittelt: Obst will nicht länger in Weckgläser gesperrt werden. Das Einkochen wird als schmerzhafter Prozess aus grauer Vorzeit beschrieben. Auch die Haltungsbedingungen im Einmachglas stehen in der Kritik. Ein halber Pfirsich muss sich mit dem Platz einer Briefmarke begnügen. Früchteschützer beklagen das schon lange. Damit nicht genug: Auf einigen Plantagen werden Äpfel mit Birnen verglichen. Das sind katastrophale Zustände. Die Obstinnung hat einen Katalog mit Forderungen vorgelegt. Hier die wichtigsten Punkte: Bei der Kreuzung junger Obstbäume ist zuvor das Einverständnis der Eltern einzuholen. Pflücker müssen Handschuhe tragen und jede einzelne Frucht fragen, ob sie schon geerntet werden will. Es ist verboten, Äpfel so lange zu betatschen, bis sie rot werden. Von den Kirschen in Nachbars Garten sind generell die Finger zu lassen – Süßkirschen drohen damit, sauer zu werden. Vertreter von Boskop, Trockenpflaume und Birne Helene verlangen nach einer Fünf-Tage-Woche und machen für besonders ertragreiche Sorten Urlaubsansprüche geltend. Ferner gilt: Korinthenkacker haben mit Rosinen gehandelt. Marmelade kommt auf den Index. Obstler darf nur trinken, wer echten Brand hat. Und wehe jemand lacht sich einen Ast.

Manfred Merz

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